Mittwoch, 19. Juli 2017

Die Göttin und ich ...



Als ich anfing mich mit der Göttin zu beschäftigen, hatte ich das Gefühl etwas Verbotenes zu tun. Als ich dann noch dazu anfing Natur-spirituelle Bücher zu lesen, fühlte ich mich regelrecht schuldig. Noch schlimmer wurde dieses Gefühl, als noch Bücher über Alltagsmagie und Volksmagie dazu kamen. Die Tatsache dass ich mich sehr Zuhause in diesen Gedanken fühlte machte es nicht besser, sondern ehr noch schlimmer.

Ich erinnere mich an die Zeit, als ich meinen Religionslehrern in der Schule Löcher in den Bauch fragte, was es denn mit diesem Gott auf sich hätte, den ich fürchten soll und was das überhaupt für ein Gott sei, vor dem ich Angst haben soll, der mich auf der anderen Seite aber so sehr lieben würde, dass er dafür sein eigenes Kind umbringt. Das machte für mich keinen Sinn. Ich fand den christlichen Glauben sehr widersprüchlich und Vieles war für mich schlichtweg unlogisch. Trotzdem habe ich versucht damit zurecht zu kommen, denn ich kannte als kleines Mädchen ja auch nichts Anderes. Ich fühlte mich permanent schlecht und nicht in Ordnung. Ich machte mir sehr viele Gedanken. Immerhin musste ja dieser Gott seinen Sohn opfern, damit wir Idioten hier dann doch noch gerettet werden würden. Da musste ich mich doch sehr anstrengen, damit nicht alles für umsonst war. Ja, so habe ich als kleines Mädchen gedacht. Besonders schlimm wurde es dann um die Zeit meiner Konfirmation. Ich hatte die Hoffnung im Konfirmandenunterricht dann endlich die Erleuchtung zu finden. Habe fleissig alles auswendig gelernt, was ich auswendig lernen sollte, bin ganz brav jeden Sonntag in die Kirche gegangen und habe trotz allen Bemühungen keine Antworten gefunden.

Vor etwa 10 Jahren bin ich mit einem sehr schlechten Gewissen aus der Kirche ausgetreten. Ich bin sicher, dass es sehr viele Menschen gibt, die sich heimisch in der christlichen Tradition fühlen und das will ich auch niemandem madig machen. Im Gegenteil. Ich glaube, dass wie wir uns dem Göttlichen annähern und welche Bilder uns letzten Endes ansprechen völlig egal ist. Von daher glaube ich auch nicht, dass irgendeine Religion das Absolute sein kann. Keine!! Letzten Endes gibt es ETWAS, dass ich nicht mit meinem kleinen Gehirn, dessen volle Kapazität ich noch nicht einmal ausnutze, verstehen könnte. Vermutlich ist das auch gut so, sonst wäre es sicher anders eingerichtet worden von welcher göttlichen Entität auch immer.

Heute kann ich mir erlauben mich der Göttin zu nähern ohne mich in irgendeiner Weise schuldig dafür zu fühlen. Ich finde die Göttin in allem was ist. Auch in mir und im ganz Alltäglichen. Heute morgen war ich Schwimmen und allein im Wasser zu sein, der Wind der meine Haut streichelt, die Bäume um mich herum und die anderen Menschen, ließen ein Gefühl von Einheit und Liebe in mir aufkommen. Die Göttin ist in allem. Und für Dich mag es Jesus sein, der in allem ist oder Buddha oder, oder, oder ... wesentlich ist diese Tür die sich öffnet für einen kleinen Moment und Du kannst das große Ganze sehen, spüren und erleben. Das kann in der Kirchenmesse geschehen, genauso, wie beim Einkaufen, beim besagten Schwimmen, beim Beobachten meiner Kinder oder meiner kleinen Kätzchen oder bei einem Ritual, was ich ganz bewußt gestalte um die Göttin, das Göttliche zu spüren. Und so fühle ich mich getragen, geschützt und gesegnet.

Vielleicht mögt Ihr mir über Eure Erfahrungen berichten. Ich würde mich sehr freuen.

Habt eine gute Zeit.


Kommentare:

  1. Hihiii, ..."wir Idioten".. :D Aber ja, ich weiß genau, was du meinst. Ich hab das auch nie so richtig verstanden, und habe als Kind schon die Kommunion nicht mitgemacht. Der Pfarrer saß bei uns im Wohnzimmer und hat auf meine Eltern eingeredet, das war ein Drama! Und dann noch auf´m Dorf... Na ja, jetzt bin ich auch aus der Kirche ausgetreten vor ein paar Jahren. Ich denke, man muss wirklich einfach nur drüber reden, dann ist es auch alles kein "böses Geheimnis" mehr und andere Leute trauen sich auch, dazu zu stehen. Daumen hoch für diesen Post also!
    Liebe Grüße :)
    Nina

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    1. Danke für ein "Daumen hoch" ;-) Ich denke, Du hast recht, wir sollten einfach offen drüber reden. Ich könnte mir vorstellen, dass es vielen Frauen und Männern ähnlich geht.
      Lieben Gruß :)
      Petra

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  2. Liebe Petra, lange ist es hier, als ich noch zur Schule ging und Teenager war, könnte ich mit dem Religionsunterricht nichts anfangen, so, dass ich irgendwann aufgehört habe dorthin zu gehen. Viele Jahre, bis ich 36 war, wusste ich auch nicht: bin ich gläubig oder nicht?
    Dann hatte ich einen Unfall und danach, aber eigentlich schon auch davor, stellte ich mir Fragen, die mir vorher nicht in den Sinn kamen und die Bücher, die Antworten lieferten, aber gleichzeitig die nächsten Fragen mit sich brachten, liefen mir so gerade in die Hände…
    Es tat sich eine Welt auf, die mir unbekannt war und ich war fasziniert und wie neu geboren, denn auf einmal sah ich DEN Sinn in allem, was mich umgab und mich selbst und alles, was geschah und die Natur mit anderen Augen. Es war, wie eine Offenbarung…
    Als ob ich den Schlüssel bekommen hätte. Ich wusste, ja, es gibt’s einen lieben Gott, oder die Energie, oder die Schöpfung, wie auch immer.
    Mir ist der Begriff die Schöpfung am liebsten. Und dann wusste ich, dass diese Schöpfung nicht die Firma Kirche ist und bin aus der Kirche ausgetreten.
    Danke liebe Petra für deinen Post. „Und so fühle ich mich getragen, geschützt und gesegnet.“ – ja, so geht’s mir auch.
    Alles Liebe von der Grażyna

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    1. Wie schön liebe Grazyna, dass Dir der Post gefallen hat und herzlichen Dank für Deinen Kommentar. Ich nenne ES am liebsten "Das große Geheimnis" wie die Schamanen im Huna sagen :)
      Lieben Gruß
      Petra

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